Hobbyfreund Wilhelm Bartels aus Hannover hat einige neue Erkenntnisse über  Otto Waffenschmied und Dideldum - Ausgabe B herausgefunden, hier sein ausführlicher Bericht, vielen Dank.

Das letzte Heft

Infos zum Erscheinen der Serie:

1938: 1-12
1939: 1-12
1940: 1-12
1941: 1-5
 
Die Hefte sind von Anfang an monatlich erschienen, die 1/38 ist also das Januarheft von 1938.
 
Das von Anfang an monatliche Erscheinen ist auch gut an der Abfolge der Titelbilder der ersten 4 Ausgaben zu erkennen:
1/38 mit Wintermotiv
2/38 mit Karnevalsmotiv
3/38 mit Ostermotiv
4/38 mit Frühlingsmotiv
 
Bis Kriegsbeginn (Septemberheft 9/39) haben alle Ausgaben 16 Seiten, mit dem Oktoberheft 10/39 haben die Hefte dann bis zum Schluss wie Dideldum nur noch 8 Seiten.
Die Halbierung der Seitenzahl zu Kriegsbeginn ist eines der beiden beweisenden Kriterien, wie die die Serie zeitlich richtig einzuordnen ist.
 
Ein zweites wichtiges Kriterium ist die Abschlussnummer 5/41, also das Maiheft von 1941.
In diesem erfolgt auf Seite 2 wortgleich exakt dieselbe Verabschiedung von den Kindern wie in der Dideldum-Abschlussnummer 10/41.
Nur dass "Onkel Dideldum" im Dideldum B eben "Onkel Theobald" heißt.
 
Dies Seite 2 von Heft 5/41 sende ich dir zum Vergleich anbei - das Dideldum 10/41 hast du ja selber, und vom DideldumB 5/41 hatte ich dir ja neulich schon das Titelbild geschickt.
 
Da die Einzelhefte extrem selten sind und in keinem der Hefte irgendeine Jahres- oder Jahrgangsangabe auftaucht, war es bislang nicht ganz klar, in welchen Jahren genau die Serie eigentlich erschienen ist und wie viele Hefte es davon gibt.
 
Auch dem Dideldum-Kreis um den Waffenschmied-Experten Prof. Ulrich Birkholz war es lediglich gelungen, 16 der wie inzwischen bekannt insgesamt 41 Ausgaben zusammenzutragen.
 
Da ein bei Ulrich Birkholz aufgetauchtes Exemplar einen Stempel von 1936 trug und es keinerlei weitere Hinweise auf die Erscheinungsjahre gab, wurde über lange Zeit hinweg irrtümlicherweise angenommen, die Serie sei bereits 1936 erschienen.
 
Dass diese Annahme jedoch falsch war, bestätigt inzwischen auch Ulrich Birkholz, da die Hefte mittlerweile durchgehend vorliegen und mit der Endnummer sowie der Seitenzahlreduzierung zu Kriegsbeginn eindeutige zeitliche Zuordnungen der entsprechenden Nummern möglich sind.
 
In die eindeutig richtige Reihenfolge wiederum können die Nummern gebracht werden sowohl durch die jeweiligen Rätselauflösungen aus der Vornummer als auch durch die vom ersten Haft bis zur 1/41 durchgehend laufende und bis 9/39 auch durchnummerierte Fortsetzungsgeschichte vom "Kleinen Pfiffikus".
 
Die 1/38 wiederum ist als Startnummer der Serie daran zu erkennen, dass es in ihr als einzigem Heft der Serie keine Rätselauflösungen aus einer Vornummer gibt UND dass die in jedem Heft wiederkehrenden Serienhelden ("Der kleine Pfiffikus" sowie "Fipps und Bibi") in diesem Heft ihre Einführungsgeschichten haben.
 
Für Sammler beim Vorliegen von Einzelheften total ärgerlich:
Die Nummern 1-5 existieren insgesamt viermal, die Nummern 6-12 existieren insgesamt dreimal, und das ohne jegliche Jahres- oder Jahrgangsangabe in irgendeinem Heft!
 
Daher hier noch ein paar Hinweise:
Nur in den 12 Heften von 1938 ist "Der kleine Pfiffikus" eine Comicgeschichte, ab 1939 handelt es sich dabei um eine illustrierte Erzählung in Fortsetzungen, die auch bis Heft 9/39 durchgehend nummeriert ist ("20. Abenteuer").
Heft 1/39 enthält als einziges 16-seitiges Heft KEINE durchnummerierte Pfiffikus-Geschichte, sondern nur die Meldung, dass es ab dem nächsten Heft neue und andere Pfiffikus-Geschichten geben wird (Umstellung vom Comic- zum Erzählstil).
Ab Heft 10/39 sind die Abenteuer vom Pfiffikus mit der Seitenzahlreduzierung dann leider nicht mehr durchnummeriert, schließen aber inhaltlich jeweils aneinander an und sind in jedem Heft enthalten.
Das letzte Pfiffikus-Abenteuer gibt es in der 1/41, in den Heften 2-5 von 1941 taucht Pfiffikus dann nicht mehr auf.

 

Hier das Titelbild vom ersten Heft 1/38 und die Einführungsgeschichten für die jeweils von Heft zu Heft wiederkehrenden Charaktere "Fipps und Bibi" und "Der kleine Pfiffikus".
 
Und Rätselauflösungen aus der Vornummer enthält dieses Heft wie gesagt als einziges der 41 Hefte NICHT!

 

 

Anbei der Vollständigkeit halber das letzte (sehr schöne!) von Waffenschmied für Dideldum B gezeichnete Titelbild von 1/41!

 

Titelbilder von DideldumB Nr. 2 und Nr. 4 von 1941 enthalten einfach nur alte Dideldum-Titelbilder  (siehe unten !).

 

Die Nummern 3 und 5 (Maiheft als Abschlussnummer) sind zwar neu, aber auf alle Fälle von 2 ANDEREN Zeichnern, wobei das von Nr. 3 im Gegensatz zum Abschlussheft 5 (anbei) sogar relativ stümperhaft gezeichnet ist (ebenfalls anbei)!
Die Nr. 1/41 (also das Januarheft, hatte ich dir mal geschickt) trägt das letzte von Waffenschmied für die Serie neu gezeichnete Titelbild.

 

Auch bricht die Fortsetzungsgeschichte vom "Kleinen Pfiffikus" trotz angekündigter Fortsetzung für das nächste Heft mit der Nr. 1/41 ab und taucht nie wieder auf.
Alle DideldumB von 1/38 bis 1/41 haben hingegen zauberhafte, für die Serie eigens gezeichnete Waffenschmied-Titelbilder.
In irgendeinem Dideldum schreibt Waffenschmied ja glaube ich auch, dass er jetzt Soldat sei und den Kindern künftig davon berichten wolle - was aber nie passiert ist.

 

Vermutlich ist das dann der Zeitpunkt, wo er kaum noch dazu gekommen ist, etwas Neues zu zeichnen und seine Frau und der Stalling-Verlag verstärkt auf ältere Beiträge der jeweils anderen Serie zurückgegriffen haben.

 

Durch meine intensive Beschäftigung mit Dideldum B habe ich mittlerweile festgestellt, dass gerade 1941 weder in Dideldum, noch in Dideldum B großartig neues Waffenschmied-Material veröffentlicht wurde, sondern hauptsächlich Anleihen bei älteren Ausgaben der jeweils anderen Serie gemacht wurden!
 
Waffenschmied war ja schon eingezogen und konnte deswegen wohl nix Neues mehr liefern, und so hat man beide Serien noch ein wenig über Wasser gehalten.
 
Als Beispiel für diese Praktik anbei hier die Titelgeschichte von Dideldum Nr. 9/1941 in ihrer sw-Urfassung aus Dideldum B Nr. 4/1938 nebst dazugehörigem zauberhaftem Titelbild!
 
Aber wie auch immer - wie schön, dass die hochmütige Zerlinda am Ende ja DOCH noch dazu gelernt hat

 

Übrigens habe ich inzwischen festgestellt, dass von Februar bis Mai 1941 fast gar keine neuen Waffenschmied-Sachen mehr veröffentlicht wurden, weder in DideldumB noch in Dideldum:
Die Titelbilder von Dideldum B 2 und 4 sind alte Dideldum-Titelbilder aus 1933 bzw. 1937, und die Titelbilder von Heft 3 und 5 sind von 2 anderen Zeichnern, wobei das Titelbild von Nr. 3 noch dazu ungewöhnlich dilettantisch gezeichnet ist. Das Titelbild von DideldumB 1/41 ist das letzte von Waffenschmied für die Serie neu erschaffene Titelbild.
Bei den sonstigen Waffenschmied-Sachen in DideldumB Nr. 2-5/1941 wurde auf ältere Dideldum-Beiträge zurückgegriffen, und auch die Fortsetzungsgeschichte vom "Kleinen Pfiffikus" taucht mit dem uneingelösten Versprechen "Fortsetzung folgt" zum letzten Mal in der 1/41 auf.
Bei den letzten Dideldums von 1941 verhält es sich ähnlich - hier wurden die Waffenschmied-Beiträge in der Regel aus älteren DideldumBs übernommen, auch Titelbildzeichnungen.
So stammt beispielsweise die Titelgeschichte von 9/41 samt Titelzeichnung ("Die hochmütige Zerlinda") aus DideldumB 4/38, wobei sie dort jedoch ursprünglich auf einer der schwarz-weiß-Seiten zu finden war, etc.
Waffenschmied war da ja wohl schon beim Militär, was er in einem der Hefte ja auch erwähnt, und so hat man dann offensichtlich versucht, beide Serien zunächst einmal weiter über Wasser zu halten.

 

 

 

Was die Seltenheit der Hefte betrifft, so habe ich mir inzwischen auch überlegt, ob es wohl noch irgendwo sonst auf der Welt ein tatsächlich vollständiges "Archiv" mit wirklich allen Dideldum-B gibt - zwar eher unwahrscheinlich, aber todsicher ausschließen würde ich es nicht.

 

Jedenfalls habe ich offen gestanden eigentlich selber nicht so recht daran geglaubt, dass es mir überhaupt irgendwann mal gelingen würde, die Serie wenigstens digital einmal zusammenzutragen, trotz meiner hier durch den Glückskauf vom letzten Jahr inzwischen umfangreichen Sammlung von 35 Originalen.

 

Wie weit Waffenschmied sein eigenes Werk archiviert hat (ich vermute, zunächst schon) und dies über den Krieg hinaus retten konnte, würde ich eigentlich auch gern einmal wissen.
Schaut man zum Beispiel mal auf den Adress-Stempel im Werbefeld von dem einem abgebildeten Heft, da steht "Sierichstraße 14" - die gleiche Adresse, die auch im Impressum des Heftes zu finden ist, das Heft soll früher einmal dem Hausmeisterssohn Waffenschmieds gehört haben.
 
Mittlerweile habe ich auch das Gefühl, diese geradezu geheimnisvolle Seltenheit der DideldumBs im Vergleich zu Dideldums identischer Jahrgänge etwas besser zu verstehen:
Im Zuge meiner unermüdlichen "Jagd" nach den Dideldum Bs konnte ich mittlerweile die Werbefeldinformationen von knapp 70 Heften auswerten.
Ca. 15 davon haben ein freies Werbefeld oder aber diesen Hausmeisterstempel, und ALLE restlichen haben einen Werbeaufdruck eines Schuh- oder Bekleidungsgeschäftes (lediglich beim anhängenden Titelbild konnte ich die Art des Geschäftes nicht klären).
Einerseits ist es ja so, dass man dort deutlich seltener etwas zu kaufen hat, als es bei einem Kaufhaus wie Karstadt oder Kaufhof der Fall ist.
Jedoch wurden ja "Kiebitz", "Schmetterling" oder "Papagai" ja meist ebenfalls über Textil- oder Bekleidungsgeschäfte abgegeben, und die sind deutlich weniger selten als die DideldumBs.

 

Die gern kolportierte Erklärung für das Erscheinen der DideldumBs, Waffenschmied habe sich hier "ein zweites Standbein" aufbauen wollen, halte ich für überbewertet - er hat für den Stalling-Verlag gearbeitet und konnte nicht einfach so über das Erscheinen einer neuen Heftserie entscheiden.
Vielmehr wird es beim Verlag immer wieder (und zwar insbesondere von Geschäften, in denen man nicht so häufig einkauft!) Anfragen nach einem weniger häufig erscheinenden Heft bzw. Ablehnungen des Bezugs von Dideldum auf Grund des häufigen Erscheinens gegeben haben.

 

Da die sonstigen Werbeheftreihen ja den gleichen Erscheinungsrhythmus wie Dideldum hatten, hat man hier bei Stalling daher vermutlich schlicht eine Marktlücke gesehen, die man hoffte, später weiter ausbauen zu können, indem man entweder Geschäfte als Bezieher hinzugewinnt, die bislang noch gar keine Werbekinderhefte abgegeben hatten oder aber den Konkurrenzblättern auf Dauer Marktanteile abzuluchsen - was dann aber eben offensichtlich doch nicht so gut funktioniert hat, wie ursprünglich erhofft.
 
Hier  mein aktuelles Lieblingscover der Serie, welches ich psychologisch/pädagogisch/künstlerisch sehr gelungen finde.
Es handelt sich hier wieder um meine restaurierte Fassung (war auch gelocht, geklebt, verschmutzt, eingerissen), und ich finde das Aufgreifen kindlicher Ängste und Befürchtungen hier ganz toll, denn das Heft ist ja direkt vor dem Beginn des neuen Schuljahrs bzw. der Einschulung der Erstklässler (das war früher zu Ostern) erschienen, und die Ängste und Befürchtungen des kleinen Osterhasen spiegeln dabei ganz gut die Ängste und Befürchtungen vieler Kinder vor ihrem ersten Schultag wieder.

 

Alle Fotos+Infos sind von Herrn Wilhelm Bartels, vielen Dank.

 

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Letzte Aktualisierung am 22.06.2018

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